... stark für Menschen

Eine Lücke ist geschlossen

Johannes-Diakonie-Vorstand Jörg Huber (2. v. r.) und der regionale Geschäftsführer Bernhard Meier-Hug (r.) begrüßten die Gäste zur Einweihungsfeier im Haus Gutleustraße 4.
Kevin Wohlschlegel freut sich über tierische Mitbewohner: zwei Kanarienvögel.
Das neue Haus liegt zentral nahe der Innenstadt und ersetzt ehemalige Militärgebäude.

Lahr. Einen Vogel zu haben, ist nicht schön. Zwei sind besser. So dachte die Wohngemeinschaft im Haus Gutleutstraße 4, nachdem ihr wenige Tage nach dem Einzug ein Kanarienvogel zugeflogen war. Jetzt steht in der modern eingerichteten Küche ein großer Vogelkäfig. Fische und demnächst ein Hund machen den „halben Zoo“ komplett, wie Kevin Wohlschlegel und Tim Daunquart lachend feststellen. Sie leben seit kurzem in der Wohngemeinschaft und werden im Alltag von Mitarbeitenden der Johannes-Diakonie unterstützt. Bis zu 24 Menschen mit Behinderung können in dem Neubau wohnen, der in Verantwortung des Bauvereins Lahr entstanden ist und nun eingeweiht wurde.

Vertreter von Stadt und Landkreis, von Bauverein und Kirchengemeinde waren zur Einweihungsfeier im noch nicht bezogenen Erdgeschoss des Hauses gekommen. Johannes-Diakonie-Vorstand Jörg Huber und deren regionaler Geschäftsführer, Bernhard Meier-Hug, zeigten sich bei der Begrüßung froh, dass mit dem neuen Wohnangebot für junge Menschen eine Lücke geschlossen worden sei. Meier-Hug hob die vorteilhafte Lage nahe der Innenstadt und mit gutem Anschluss an den Nahverkehr hervor: „Hier ist es möglich, Selbständigkeit zu trainieren, die persönlichen und sozialen Kompetenzen sowie die lebenspraktischen Fähigkeiten zu verbessern.“

Das individuelle, lebensnahe Ambiente und die gute Lage inmitten der städtischen Gemeinschaft hoben auch die weiteren Grußwort-Redner und -Rednerinnen hervor. Mit den insgesamt sechs Wohnungen für Menschen mit Beeinträchtigung sei Raum für Individualität geschaffen worden, betonte für den Ortenaukreis Ingrid Oswald, Amt für Soziales und Versorgung. Bürgermeister Tilman Petters hieß die Bewohnerschaft ganz offiziell willkommen und erinnerte an die Anfänge des Projekts, bei dem der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit mit individueller Begleitung von behinderten Menschen durch die Partnerschaft von Stadt Lahr und Johannes-Diakonie zusammengeführt worden seien. Architekt Dieter Meurer erklärte die architektonische Grundidee des Gebäudes, das auf einem ehemaligen Militärareal errichtet wurde. Es verbinde Barrierefreiheit mit Wohnkomfort und erfülle mit begrüntem Dach und KfW-55-Standard hohe ökologische Anforderungen.

Das Wohnangebot liegt im Zentrum von Lahr, ganz in der Nähe des Stadtparks. Mit dem Bau des Hauses war im September 2021 begonnen worden. Die fachliche Begleitung für die Wohngemeinschaften im Haus kommt von der Johannes-Diakonie. Bisher verteilen sich acht Bewohnerinnen und Bewohner auf drei der zur Verfügung stehenden Wohnungen. Wie Meier-Hug anlässlich der Einweihung berichtete, würden für die Erweiterung des Angebots noch Mitarbeitende gesucht, die sich der Aufgabe stellen, eine junge Klientel auf dem Weg ins Erwachsenenleben zu. Die Voraussetzungen dafür sind in der Gutleutstraße in jedem Fall gut.

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